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LGB, die "Lehmann-Gross-Bahn" - Modellbahn mit Spurweite IIm/45mm



Die Lehmann-Gross-Bahn (LGB) ist eine wetterfeste Gartenmodellbahn in der Nenngröße IIm - auch als G bezeichnet - mit einer Spurweite von 45 mm, im Maßstab 1:22,5 (tatsächlich je nach konkretem Vorbild 1:16 bis 1:29). Sie wurde von 1968 bis 2006 vom Nürnberger Modellbahnhersteller Ernst Paul Lehmann Patentwerk OHG (EPL) hergestellt, nach dessen Pleite und einigen Rangeleien wurde die LGB dann im August 2007 von Märklin übernommen. Das ursprüngliche Werk wurde inzwischen geschlossen, Teile der Verwaltung bleiben in Nürnberg während die Produktion derzeit in Ungarn wieder aufgenommen wird.

Die meisten Modelle stellen Originale mit einer 1000 mm Schmalspurweite dar, Schwerpunkte sind Schweizer Bahnen (Rhätische Bahn, Furka-Oberalp-Bahn und BVZ Zermatt-Bahn), deutsche und österreichische Schmalspurbahnen sowie Fahrzeuge nordamerikanischer Strecken. Da es allerdings weltweit sehr unterschiedliche Spurweiten im Schmalspurbereich gibt, variieren die Vorbilder zwischen 750 und 1435 mm Spurweite.

Obwohl Lehmann über viele Jahre hinweg den IIm Markt dominierte, gab es auch immer wieder alternative Anbieter mit kleinerem Sortiment. Oft handelte es sich dabei um recht exklusive (und entsprechend teure) Kleinserien, wobei in letzter Zeit aber auch immer mehr Firmen Modelle im unteren Preisbereich anbieten - so zum Beispiel der deutsche Hersteller Piko (allerdings mit Normalspurmodellen) sowie zahlreiche US-Herstellen (diese dann allerdings fast ausschliesslich mit amerikanischen Modellen).

Inzwischen haben auch mehrere Hersteller LGB-kompatibles Gleis im Angebot, und sogar die meisten US-Hersteller bieten ein "European Style" Gleis an, das sich anstandslos mit bisherigen LGB Gleisen verwenden lässt. Bekannteste amerikanische Hersteller sind Bachmann, Hartland, USA-Trains und Aristocraft.

Die Spur IIm eignet sich auch hervorragend zum Eigenbau von Modellen, wobei die meisten Hersteller Motoren, Radsätze, Kupplungen und weitere Ersatzteile ganz gezielt für Bastler als Einzelteile zur Verfügung stellen. Während LGB Teile eigentlich immer recht teuer waren kommt man jetzt sogar über US Hersteller oder Piko recht kostengünstig an Motorblöcke ran.

Gewöhnungsbedürftig ist die asymetrische LGB Kupplung, die den europäischen IIm-Markt dominiert (während in den USA meist Modelle mit symetrischen Kupplungen gefahren werden).

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Zur Geschichte der Firma Lehmann


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Das Unternehmen Ernst Paul Lehmann Patentwerk wurde als Fabrik für Blechspielwaren 1881 in Brandenburg an der Havel gegründet. 1950/51 erfolgte die Umsiedlung nach Nürnberg. Die Lehmann GroßBahn (LGB) wurde erstmals 1968 auf der Spielwaren-Messe in Nürnberg dem Publikum vorgestellt. Schon bei dieser Präsentation konnte die Modellbahn ihre Wetterfestigkeit beweisen. Vor dem Messegelände drehten erste Modelle im Schneetreiben ihre Runden. Der Firmensitz von LGB Hersteller Ernst Paul Lehmann Patentwerk liegt in Nürnberg im Industriegebiet an der Saganerstraße. Seit 1987 ist LGB in den USA mit einer eigenen Vertretung präsent. Später wurde auch eine Produktion in den USA aufgebaut, die heute als eigenständige Firma agiert.

Die Gleise und Kupplungen der LGB finden auch bei der ersten Spieleisenbahn von Playmobil Verwendung, sodass sich diese miteinander kombinieren lassen. Mit der Einführung der Produktlinie „Toytrain“ wurde die gleichen Käufergruppe wie jene von Playmobil angesprochen. Daraufhin entschied sich Playmobil, die Spieleisenbahn ohne Verwendung von LGB-Teilen neu zu lancieren. Neuere Playmobil-Loks mit Fernbedienung haben aber immer noch dieselbe Spurweite und fahren auch auf LGB-Gleisen. Durch die gleiche Kupplungstechnik sind die Waggons kompatibel.

Vom 14. bis 16. Juli 2006 feierte das Unternehmen Ernst Paul Lehmann Patentwerk sein 125-jähriges Firmenjubiläum auf dem Firmengelände in Nürnberg. Dafür wurden auch einige Sondermodelle in limitierter Auflage produziert, wie z. B. eine schwarze Stainz und ein Boxwagen mit einigen alten Blechspielzeugen und modernen Lokomotiven. Auch für das Firmenjubiläum wurde das erste Flugzeug mit Uhrwerkantrieb von EPL mit den original Pressen von damals auch noch einmal begrenzt produziert.

Mit Wirkung zum 18. September 2006 hat die Geschäftsleitung von Ernst Paul Lehmann Patentwerk OHG Insolvenz beim Amtsgericht Nürnberg angemeldet (1. LGB-Insolvenz)[1]. Die Geschichte der Firma erfährt dadurch nach 38 Jahren Produktion der LGB-Bahn einen massiven Einschnitt. Wenige Tage zuvor war bekannt geworden, dass die amerikanische Niederlassung LGB of America (LGBoA) im April des Jahres 2006 an die U.S.-amerikanische Firma G45 verkauft worden war.

Anfang 2007 wollte Hermann Schöntag, der Eigentümer der Rügenschen Kleinbahn, die Firma kaufen. Dazu gründete Schöntag die Firma E.P. Lehmann GmbH & Co KG. Die Finanzierung des Geschäfts scheiterte, und die E.P. Lehmann GmbH & Co KG musste am 23. April 2007 ebenfalls Insolvenz anmelden (2. LGB-Insolvenz). Weitere Versuche, den Standort und die Arbeitsplätze in Nürnberg zu erhalten, scheiterten an der Interessenlage einiger Banken. Ein Teil der Gläubigerbanken hatte bereits vorher die Kreditengagements an die Investmentbank Goldman Sachs und deren Tochtergesellschaften verkauft. Goldman Sachs war von Märklin beauftragt worden, die Firma LGB zu erwerben. Am 26. Juli 2007 wurde die Übernahme durch den Modellbahnhersteller Märklin bekanntgegeben. Die Rolle einiger beteiligter Banken in dieser Affäre wurde verschiedentlich scharf kritisiert.

August 2007: Der Modellbahnhersteller Märklin übernimmt den Familienbetrieb "Ernst Paul Lehmann Patentwerke". Am 23. August 2007 wurde ein Schreiben an LGB-Kunden versandt, in dem Günter Kopp Fragen der LGB-Kunden beantwortete und unter anderem bestätigte, dass einige der vom alten Eigentümer angekündigten Neuheiten auch tatsächlich in diesem Jahr erscheinen werden.